Im vorherigen Artikel dieser Reihe über die korrekte Zungenposition und das adulte Schluckmuster haben wir betrachtet, wie die richtige Zungenposition die Schönheit des Gesichts beeinflusst, und konkrete myofunktionelle Übungen besprochen. Um die Motivation beim Üben aufrechtzuerhalten, ist es immer nützlich, Ergebnisse zu sehen; deshalb werden wir uns hier inspirierende Vorher-nachher-Fotografien von Menschen ansehen, die eine myofunktionelle Korrektur durchlaufen haben.
Dabei wurden die meisten dieser Ergebnisse mit der Methode des britischen Arztes Mike Mew erzielt, die ihre Anwender Mewing nennen. Andere Ergebnisse verbinden zusätzliche myofunktionelle Therapie mit der Wirkung der expandierenden Bioblock-Apparatur; außerdem gibt es Beispiele für die Kombination von Dr. Mews Technik mit der Schiene der italienischen Starecta-Methode.
Vorteile der myofunktionellen Korrektur

Myofunktionelle Therapie beeinflusst nicht nur die Schönheit und Harmonie des Gesichts, sondern kann helfen, eine breite Palette gesundheitlicher Probleme zu lösen — von Atemwegsproblemen wie Schnarchen und Apnoe bis zur Behandlung von Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen und Kiefergelenksdysfunktion. Im letzteren Fall muss man äußerst vorsichtig sein und die Übungen abbrechen, wenn sich der Zustand verschlechtert oder Gesichtsschmerzen auftreten. In anderen Fällen ergänzt die myofunktionelle Therapie eine Kiefergelenksbehandlung bei einem Spezialisten hervorragend.
Myofunktionelle Therapie ist ein „Umlernen“ der Gesichtsmuskeln und eine Wiederherstellung normaler Arbeitsmuster, selbst wenn sich in der Kindheit ungünstige Entwicklungsbedingungen gebildet hatten (fehlendes oder unzureichendes Stillen, Schnuller- oder Fingerlutschen, Atmen durch den offenen Mund und so weiter). Die myofunktionelle Korrektur umfasst Übungen für die Zungenmuskulatur und die Veränderung falscher Kau- und Schluckgewohnheiten. Außerdem ermöglicht die Arbeit an einem in der Kindheit unzureichend entwickelten Saugreflex, der übrigens die Funktion der Schließmuskeln im ganzen Körper beeinflusst, auch das „Lösen“ vieler psychologischer Blockaden, die mit der Befriedigung eigener Wünsche und Bedürfnisse zusammenhängen, und lehrt, das Gewünschte zu erkennen und zu erhalten.
Das ist ein sehr interessanter Prozess der Selbstentwicklung, mit dem ihr euch in John Mews Buch „Zahnfehlbiss: Ein orthotropischer Ansatz“, Carol Vander-Stoeps „Der Mund ist wichtig“ und Joy Moellers „Die Zunge findet ihr Zuhause“ genauer vertraut machen könnt. Wie wir sehen, löst die myofunktionelle Korrektur nicht nur Probleme einer falschen Kieferfunktion, sondern auch viele Probleme einer falschen Entwicklung in anderen Bereichen des Lebens eines Menschen.
Ergebnisse der myofunktionellen Korrektur durch Mewing
1. Ein Nutzer des Forums www.shapeyourface.com; das erste Foto wurde mit 20 Jahren aufgenommen, das zweite mit 21.

Der Kommentar des Nutzers im Forum (hier und im Folgenden aus dem Englischen übersetzt): Ich glaube nicht an unattraktive Menschen. Ich denke, die meisten Gesichter sind falsch entwickelt, was ihre Knochenstruktur beeinflusst. Die Knochenstruktur des Schädels ist die Grundlage unseres Aussehens, und wenn sie sich falsch entwickelt, sind auch die Gesichtsmuskeln betroffen. Meine Ober- und Unterlippe wurden gleich groß. Eine unerklärliche Veränderung ist, dass die Nasolabiallinien, die von meiner Nase nach unten verliefen, verschwunden sind. Vielleicht liegt das daran, dass sich meine Maxilla einige Millimeter nach vorne bewegt hat. Früher hatte ich einen Fehlbiss mit einem nach vorne verschobenen Unterkiefer (Unterbiss), doch dank der Maxilla hat sich die Situation jetzt ausgeglichen.
Ich frage mich, wie weit diese Veränderungen gehen werden. Ich werde noch mehrere Jahre weitermachen, damit meine Knochenstruktur auch die Gesichtsmuskeln verändert. Wir sollten unsere Gesichter formen, so wie wir unsere Körper formen. In beiden Fällen müssen wir die richtigen Bedingungen schaffen, und Dr. Mike hat gezeigt, wie das geht. Ich mache seit sechs Monaten myofunktionelle Übungen und habe bereits diese Veränderungen. Meine Gesichtsasymmetrie begann zu verschwinden, und ich korrigierte meine Kopfposition; das ist sehr wichtig und sollte nicht unterschätzt werden. Kauen auf der linken Seite (gemeint ist Mike Mews spezielle Methode des Kaugummikauens, auf die wir auf den Seiten dieses Blogs unbedingt zurückkommen werden). Mein ganzes Leben hatte ich auf der rechten Seite gekaut, und sie war tatsächlich kürzer als die linke. Jetzt kaue ich vier Stunden links und zwei Stunden rechts, um mein Gesicht auszugleichen, und die Methode funktioniert gut. Meine Zähne wurden gerade, und mein Problem mit der Kiefergelenksdysfunktion löste sich ebenfalls.
2. Ein Nutzer des Forums breakthematrix.createaforum.com begann mit 18 Jahren zu mewen; das zweite Foto wurde ein Jahr später mit 19 aufgenommen.

Der Kommentar des Nutzers im Forum: Ein Jahr ständiges hartes Mewing, ein ständiger Kampf mit meinem Gesicht und drei Monate Kaugummikauen nach Mew. Das Leben hat sich definitiv verändert. Durch diesen harten Ansatz tun mir Kiefer und Schädel ständig weh, als hätte ich eine Zahnspange! Ich empfehle hartes Mewing nachdrücklich: Lege die Zunge an das „Dach des Mundes“ (den Gaumen), drücke die ganze Zunge von der Basis aus dagegen und tu das den ganzen Tag, jeden Tag. Mache es bewusst und versuche wirklich zu fühlen, wie jeder Knochen deines Schädels auf diese Kraft reagiert. Wenn du im Fitnessstudio trainiert hast, hast du wahrscheinlich von der Verbindung zwischen Geist und Muskel gehört: Hier ist es dasselbe. Aber du solltest nicht einfach nur um des Drückens willen drücken. Du musst dir wirklich zuerst Zeit nehmen und dir die Bewegungen bewusst machen.
Ich ergänze die myofunktionelle Arbeit mit Vitamin K2, D und Kalzium. Kaugummikauen nach Mew für eine Stunde am Tag. Manchmal wache ich nachts auf, wenn ich das Training übertrieben habe. Vor einem Jahr probierte ich einen Monat lang Myobrace aus, damit meine Zunge auch nachts in der richtigen Position wäre, aber ehrlich gesagt schränkte er meinen Gaumen stärker ein, als ich wollte. Leider schlafe ich auf dem Bauch, und das ist offensichtlich nicht zu meinem Vorteil. Doch solange ich wach bin, konzentriere ich mich jede Minute auf die Zungenposition und visualisiere Veränderungen meiner Gesichtsknochen. Du musst es wollen. Du brauchst es. Kämpfe dafür.
3. Michale Fetzik, etwa 50 Jahre alt, hatte zwölf Jahre lang an Migräne gelitten, bevor sie eine myofunktionelle Korrektur anwandte.

Kommentar: Menschen fragen mich oft: „Hast du wirklich solche Veränderungen allein durch die Veränderung der Zungenposition erreicht?“ Ja, ich lege die Zunge von ihrer Basis bis zur Spitze mit vollem Kontakt an den Gaumen. Da ich fast 50 bin, erstaunen mich die erreichten Ergebnisse. Mein Ziel war, Kopfschmerzen und Schmerzen in Nacken und Schulter loszuwerden. Hier ist ein Link zu meiner in Cranio UK veröffentlichten Krankengeschichte:
https://www.radianceomt.ca/wp-content/uploads/2019/04/Cranio-UK-article.pdf
Ich probierte kieferorthopädische Kiefergelenksbehandlung aus, aber in sechs Monaten Behandlung erreichte ich nur eine Verringerung der Spannung in Schulter und Nacken; der Kopfschmerzzyklus wurde nicht durchbrochen. Ich kann dir versichern, dass mein persönlicher Weg das Feuer nährte, anderen zu helfen, aus einem schrecklichen Zustand herauszukommen. Der Tonus der Gesichtsmuskeln verändert das Leben von Menschen! Jetzt konzentriere ich mich auf die Arbeit mit Säuglingen und versuche, die Muster und Faktoren zu verstehen, die das Entstehen von Atemwegsproblemen und einer falschen Gesichtsentwicklung von Geburt an beeinflussen. Meine eigenen Ergebnisse sind einfach schockierend! Mein Rat: Die Zungenspitze sollte in der Vertiefung des Gaumens hinter den Vorderzähnen liegen, und die Zunge sollte entlang ihrer ganzen Länge buchstäblich wie ein Saugnapf am Gaumen haften. Beim Schlucken macht die Zunge gewissermaßen einen sanften Stoß gegen den Gaumen mit negativem Sog. Ich hoffe, das hilft!
4. Eine Nutzerin des Forums the-great-work.org, 20 Jahre alt, schlief immer auf der Seite, wobei der Kiefer seitlich verrutschte; Kiefergelenksdysfunktion; Fortschritte nach acht Monaten Mewing.

5. Ein junger Asiate aus dem Forum lookism.net, Anwendung der Mewing-Technik.

6. Ergebnisse der Mewing-Technik von m.imgur.com. Die Ergebnisse wurden durchschnittlich in einem Jahr erzielt. Der Mann auf dem zweiten Foto von oben nahm gleichzeitig ab und besuchte ein Fitnessstudio. Der junge Mann auf dem unteren Foto erzielte ein solches Ergebnis mit Mewing und Kaugummikauen in zwei Jahren und behauptet, dass die Fotos keine Tricks mit dem Kamerawinkel verwenden und sein Gesicht vor Beginn der myofunktionellen Korrektur tatsächlich so aussah.




7. Ein Ergebnis der myofunktionellen Therapie von www.smartdentistry.com.ua:

Ergebnisse der myofunktionellen Korrektur bei gleichzeitiger Anwendung von Bioblock
In der Orthotropie lehren die britischen Ärzte John und Mike Mew ihre Patienten neben der Anwendung der intraoralen Bioblock-Apparatur unbedingt die richtige Zungenposition und das richtige Schlucken. Auf Englisch findet man mehrere Websites mit spielerischen myofunktionellen Übungen für Kinder, die sie zehn Minuten am Tag machen sollen, dabei nach und nach neue Stufen erreichen und Preise bekommen. Leider bin ich solchen wunderbaren Dingen auf Russisch nicht begegnet. Kehren wir aber zu den Vorher-nachher-Fotos zurück (orthotropics.com). Die Ergebnisse sind so beeindruckend, dass ich sie, wie man so sagt, ohne weitere Kommentare stehen lasse.




Ergebnisse der myofunktionellen Korrektur mit einer Starecta-Schiene
Ken Leaver ist ein interessanter Amerikaner, der unter Nacken- und Schulterschmerzen, Konzentrationsmangel und „Gehirnnebel“ litt. Regelmäßige Leser dieses Blogs kennen seine Geschichte gut, aber wenn ihr zum ersten Mal hier seid, könnt ihr sie bei Interesse über den Link lesen. Kurz gesagt löste er das Problem mit dem „Gehirnnebel“ mithilfe der italienischen Methode des Körperausgleichs Starecta. Die Methode beseitigte seine zervikale Skoliose und brachte den Körper in Symmetrie, beseitigt aber leider keine kranialen Torsionen (Verdrehungen); außerdem war Kens Oberkiefer (Maxilla) zu kurz. Deshalb entschied er sich, Starecta mit myofunktionellen Übungen zu kombinieren, und dies ist sein Ergebnis. Das Foto unten zeigt seinen Ausgangszustand:

Ken zufolge litt er 2011 unter Gesichtsspannung und Asymmetrie. 2015: „Mit der Starecta-Schiene und myofunktionellen Übungen habe ich viele Gesichtsmuskeln entspannt. Mein Gesicht hat jetzt eine viel gesündere Form“.

So brachten myofunktionelle Übungen seine Maxilla in weniger als einem Jahr nach vorne:

Ken hört nicht auf und experimentierte auch mit Myobrace, bei dem laut seinen Facebook-Kommentaren der Konzentrationsmangel zurückkehrte (ich persönlich kann nichts über Myobrace sagen, und mir scheint, dass hier alles von der jeweiligen Situation abhängt). Ken experimentierte auch mit einer ALF-Apparatur und kombinierte sie mit dem Tragen der Starecta-Schiene. Nach seinen jüngsten Kommentaren in Diskussionsgruppen zu TMD (Kiefergelenksdysfunktion) bleibt jedoch Starecta in Kombination mit myofunktionellen Übungen sein Favorit. Das sind Kens persönliche Eindrücke, und es fällt mir schwer, hier etwas zu sagen, aber es ist eine wirklich sehr interessante Erfahrung. Vielleicht nützt sie jemandem, zumal das auf dem Foto erreichte Ergebnis der myofunktionellen Korrektur mehr als beeindruckend ist.
Fazit: Wie wir gesehen haben, eignet sich myofunktionelle Therapie sowohl als eigenständiges Mittel zur Verbesserung der Gesichtsstruktur und zur Behandlung einiger Erkrankungen als auch in Kombination mit anderen Behandlungsarten. Dabei erfordert sie von euch nur Ausdauer und anhaltende Motivation!
Maxilla: der Knochen der Schönheit, oder alles über den Oberkiefer — hier.
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